Wenn die Brautleute keinen Polterabend feiern möchten, dies aber in ihren Umfeld sonst üblich ist,tun Sie gut daran,dies auch unmißverständlich mitzuteilen, um keine böse Überraschungen zu erleben. Der Polterabend ist die ideale Gelegenheit, um mit all denjenigen zu feiern, die man zur Hochzeitsfeier nicht einladen kann (oder will). Willkommen sind alle, die gern dabaisein wollen: Verwandte, Freunde, Kollegen, Vereinskamerade und Nachbarn - diese sollte man rechzeitig informieren
Um die bevorstehende Vermählung bekannt zu geben, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:
Die Ringe
Der Ring besitzt als Ehepfand eine große Bedeutung und steht weit über den anderen Ehepfändern wie Taschentuch, Messer, Schere, Nadel, Ehepfennig und anderem,womit man früher das Eheversprechen bestätigte.
Niemand vermag zu sagen, wann es die ersten Ringe gab; denn das Material, aus dem die ersten Fingerringe geschaffen wurden, hatte keinen bleibenden Wert: sie waren aus geflochenem Gras. In den ältesten Kulturen waren die Ringe Standessymbol, Amulett, Talisman oder Siegelhalter. Im Material setzten sich schnell die Edelmetalle Gold und Silber durch, und schon seit den Zeiten der ägyptischen Dynastien dienten sie als Schmuck. In der Antike und dann im Abendland war Gold hauptsächlich ein Zeichen der Macht. Im frühen Mittelalter erhielten die Ringe bei uns überwiegend religiöse Bedeutung und aus dem 14. Jahrhundert stammen die ersten Verlobungsringe. Sich mit Gold und Edelsteinen zu schmücken, war bis zum 18. Jahrhundert ein Vorrecht der Männer.
Der Diamant trat seinen Siegeszug im Barock an.
Zum Zeichen eines gegenseitigen Treuegelöbnisses wurde der Ringwechsel unter starker Mitwirkung der Kirche eingeführt und meistens wechselte man - wie heute - erst während der Trauung die Ringe.
Nach einem Aberglauben verliert der die Liebe des Ehepartners, wer den Ring verliert.
Deshalb - niemals den Ring ablegen!
Wollen Sie Ihre Ringe vor dem Traualtar wechseln, so gilt bei beiden Konfessionen die weltliche Eheschließung als Voraussetzung hierfür. Der evangelische oder katolische Pfarrer darf Sie also nur trauer, wenn ihm die standesamtliche Heiratsurkunde vorliegt.
Brauchtum aus Mecklenburg
Der Küster zieht von Haus zu Haus und lädt die Hochzeitsgäste ein. In jedem Haus wird ihm etwas an die Kleidung genäht, ein Tuch, ein Band, getrocknete Sträußchen, bis er
"as`n Peijatz", wie ein Bajazzo, aussieht. Am Abend vor der Hochzeit kommen die Frauen und Mädchen in das Brauthaus und helfen bei der Festvorbereitung.
Am Hochzeitsmorgen sitzt die Braut in der ersten vierspännigen Kutsche. Sie wird begleitet von ihrem Gefolge: vier "Brudjunkfers" (Brautjungfern), vier "Spittsmäkens" (Spitzmädchen), vier "Bruddeners" (Brautdiener), zwei "Truleiders" (Trauführer), zwei
"Gleitriders" (Begleitreiter) und zum Schluß noch zwei "Waogenhöllers" (Wagenhalter),
welche verhindern müssen, daß der Brautwagen umstürzt, z. B. bei der Verteidigung des Brauthahns. In der Mitte des Wagens, auf einer langen hölzernen Stage, ist ein faßförmiges Gestell angebracht. Obenauf steht der Hahn, ringsherum hängen an Bänder
Äpfel und Nüsse herab.
Dem Brautwagen folgen die Musikanten in einer zweispännigen Kutsche. Die Braut wird bei der Schneiderin geschmückt und beim Brauthaus findet anschließend das Wettreiten nach dem Brauthahn statt. Wer ihn zuerst erreicht ist König.
Unter dem Läuten der Kirchenglocken ziehen Braut und Gefolge in die Kirche. Wen die Braut sich links am Altar aufgestellt hat, wird der Bräutigam mit seiner Avantgarde von Brautdienern "ok to Kirk blaos`t", auch zur Kirche geblasen. Nach der Trauung geht es zurück ins Brauthaus, mit Musik, einer üppigen Mahlzeit und einem Hochzeitsball wird bis zum Morgengrauen gefeiert.
Hochzeitstage und ihre Bedeutung
In vielen Gegenden Deutschlands feiern die Eheleute wiederkehrende Hochzeitstage. Ein alter, schöner Brauch, der in den Städten kaum noch gepflegt wird. Zu diesem Anlass können sich die Eheleute auch Ringe schenken.
Die einzelnen Hochzeitstage haben unterschiedliche Bedeutungen:
| Eheschließung |
Grüne Hochzeit |
| 1. Hochzeitstag |
Papierene / Baumwollhochzeit |
| 3. Hochzeitstag |
Lederne Hochzeit |
| 5. Hochzeitstag |
Hölzerne Hochzeit |
| 6 ½ Hochzeitstag |
Zinnerne Hochzeit |
| 7. Hochzeitstag |
Kupferne Hochzeit |
| 8. Hochzeitstag |
Blecherne Hochzeit |
| 10. Hochzeitstag |
Rosenhochzeit |
| 12. Hochzeitstag |
Nickelhochzeit |
| 12 ½ Hochzeitstag |
Petersilienhochzeit |
| 15. Hochzeitstag |
Gläserne Hochzeit ( Veilchenhochzeit) |
| 20. Hochzeitstag |
Porzellanhochzeit ( Dornenhochzeit) |
| 25. Hochzeitstag |
Silberne Hochzeit |
| 30. Hochzeitstag |
Perlenhochzeit |
| 35. Hochzeitstag |
Leinwandhochzeit |
| 37 ½ Hochzeitstag |
Aluminiumhochzeit |
| 40. Hochzeitstag |
Rubinhochzeit |
| 50. Hochzeitstag |
Goldene Hochzeit |
| 60. Hochzeitstag |
Diamantene Hochzeit |
| 65. Hochzeitstag |
Eiserne Hochzeit |
| 67 ½ Hochzeitstag |
Steinerne Hochzeit |
| 70. Hochzeitstag |
Gnadenhochzeit |
| 75. Hochzeitstag |
Kronjuwelenhochzeit |
| 100. Hochzeitstag |
Himmelshochzeit |